WM-Quali 2017 Deutschland: Wenn Pech einen Namen hätte

Es sollte einfach nicht sein. So oder so ähnlich dürfte sich Mona Grefenstein vergangenen Sonntag in der Dortmunder Westfalenhalle gefühlt haben. Anlässlich der Weltmeisterschafts-Qualifikation in Deutschland standen im Rahmen der Messe Hund & Katz die letzten drei Qualifikationstage statt. Mona Grefenstein und Border Collie Qju, vielen wohl bekannt aus zahlreichen Running Contacts Videos. Aber auch auf internationalem Parkett hatten die beiden schon ihre Auftritte. Mal mehr, mal weniger erfolgreich. Wie schnell die beiden sein können stellten sie 2015 als noch junges Team mit dem Sieg der Border Collie Classics unter Beweis. Immerhin verwies man Namen wie Tereza Kralova mit Say und Anne Lenz mit Chi auf die Ränge zwei und drei.

Schnell geisterte der Name Qju in den Köpfen der interessierten Agilityaner. Eine Weltmeisterschaftsteilnahme nur noch Formsache. 2016 blieb ihr diese Teilnahme noch verwehrt. Mona Grefenstein selbst lief zuletzt mit Malinoise Page im letzten aktiven Jahr der Malinoise Hündin, an der Weltmeisterschaft 2015 in Luxemburg – als krönender Abschluss einer Karriere sozusagen. Im aktuellen Jahr lag die 31-jährige nun auch mit Qju auf WM-Kurs. Nun sollte in Dortmund noch der krönende Abschluss folgen. Mit einem fehlerfreien A-Lauf und dem ersten Platz am Freitag setzte sie ihre starke Form fort. Auch später im Jumping behielt sie die Nerven und legte den nächsten fehlerfreien Lauf hin. Platz zwei und damit die Gesamtführung nach fünf von sieben Qualifikationstagen.

Am Samstag folgte im A-Lauf der nächste Sieg in der Messehalle. Dann aber gabs im Jumping den ersten kleinen Dämpfer. Qju touchierte kurz vor Schluss das Seitenteil der Mauer. Dieses fiel daraufhin in beinahe Zeitlupentempo gen Boden. Platz 14 von 41, statt einem sicheren Podest. Mit 147 Punkten nach der sechsten Qualifikation stand sie aber weiterhin auf dem ersten Platz der Zwischenrangliste. Einzig der Vorsprung schrumpfte an diesem Samstag. Gewachsen ist dafür der Druck für den finalen Qualifikationstag. Und dieser Druck, oder auch einfach nur das Pech machten sich im Laufe des Sonntags bemerkbar. Doch der Reihe nach.

In aller Frühe ging es los mit dem A-Lauf. Sozusagen die Paradedisziplin der beiden. Doch nach sechs erfolgreich absolvierten Hindernissen schlich sich im Slalom-Eingang der erste Fehler ein. Ein zweiter folgte zehn Hindernisse später. Qju verweigert den Tunneleingang. Mit Müh und Not, aber viel Kampfgeist verhinderte Mona Grefenstein schlimmeres und zirkelte Qju nach etlichen Schreckmomenten wieder zurück auf die Linie. Der Lauf und der Vorsprung aber waren zu diesem Zeitpunkt natürlich dahin. Immerhin rettete sie damit noch den 27. Platz ins Ziel. 

Gute sieben Sekunden dauerte es bis die WM-Träume der sympathischen Blankenheimerin zerplatzten. Das Team blieb am sechsten Hinderniss hängen. Ein kleines Missverständniss zwischen den beiden und Qju läuft hinter dem Sprung durch. Auch hier kann sie eine Disqualifikation vermeiden, die Verweigerung aber ist ein riesiges Handicap. Bei dieser einen Verweigerung bleibt es dann auch. Am Ende reicht dies aber nur zu Rang 29. Damit fällt sie in der Qualifikation vom ersten auf den fünften Platz zurück, mit einem einzigen Punkt Rückstand auf einen WM-Startplatz. Zwar kann sie auch mit Rang fünf an die Weltmeisterschaft, ein Einsatz als Ersatzfrau ist unwahrscheinlich, aber natürlich nicht ausgeschlossen. Wer weiss, bekanntlich endet jede Pechsträhne einmal.

Eine weitere kuriose Situation gab es dieses Wochenende bei Anne Lenz und Itzi Bitzi. Die beiden starteten noch vor dem Freigabe Pfiff der Richterin. Die logische Konsequenz daraus war die Disqualifikation. Damit verschenkten die beiden noch wertvolle Kombinationspunkte. Gereicht hätte es den beiden aber wohl auch dann nicht. Am Ende klassierten sich die beiden auf den elften Schlussrang. 

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